Bericht der Schwäbischen Post am 1.7.2013

Neuler in Farbe stimuliert die Phantasie

Christine Dietsch zeigt Werke im Neulermer Farrenstall – Fischer: „Passt zu 900 Jahre Neuler“

Im Neulermer Farrenstall wurde am Samstag die Ausstellung „Neuler in Farbe“ eröffnet. Die Bilder von Christine Dietsch sind eine Hommage an die Gemeinde Neuler, die in diesem Jahr ihr 900-jähriges Bestehen feiert.

von SABINE RAAB

Neuler in Farben

Zur Ausstellungseröffnung „Neuler in Farben“ kamen viele Besucher in den Neulermer Farrenstall. Ganz links die Künstlerin Christine Dietsch mit Enkelin Nataly. (Foto: rb)

Neuler. Mit ihrer ersten eigenen Ausstellung hat sich Christine Dietsch einen Traum erfüllt und der Gemeinde gleichzeitig ein schönes Geschenk zum 900-jährigen Bestehen gemacht. In 26 Exponaten setzt die gebürtige Ellwangerin, die seit acht Jahren in Neuler lebt, Menschen und Motive ihres Wohnortes liebevoll und farbenfroh in Szene. Der Guggenmusiker, die Blütenpracht am Gasthaus Hirsch, das neue Rathaus, das ihr real zu trist erscheint, weshalb sie der nüchternen Betonfassade einen kräftigen Farbtupfer in Rot hinzugefügt hat: Figuratives wie Gegenständliches findet sich auf ihren Bildern und die idyllischen Motive fügen sich perfekt in das rustikale Ambiente des Farrenstalls ein.

Christine Dietsch ist ein fröhlicher Mensch, sie lacht gerne und sie liebt das Spiel mit den Farben. Das wird schon deutlich an der großformatigen, dreiteiligen Bildserie am Eingang des Farrenstalls, auch wenn der „Buddha“ thematisch aus dem Rahmen fällt. „Die Bilder von Christine Dietsch“, so Andreas Roth, Vorsitzender des Neulermer Kulturscheuer Farrenstall e.V., „regen die Phantasie des Betrachters an.“ Man frage sich, wer wohl den blauen Volvo gefahren habe, wohin es den Drachen ziehe, der im Skulpturenweg über den Bäumen schwebt und welche Lieder der Guggenmusiker wohl gespielt habe.

Christine Dietsch ist Hobbykünstlerin und Autodidaktin. Ihr technisches Handwerkszeug erwarb sie 2007 an der Malschule der Ellwanger Künstlerin Maria Rupp. Auch eine Krebserkrankung konnte Dietschs Schaffenskraft nicht bremsen. Im Gegenteil. „Ich habe die Krankheit als Chance gesehen. Endlich hatte ich Zeit nur für mich“, sagt sie. Das Malen ist für sie ein Prozess, bei dem sie ihren eigenen Stil entwickeln möchte. Sie probiert gern Neues, mischt Farben und Techniken. Die Bilder ihrer Ausstellung sind in Acryl, Aquarell, Kohle und Spachteltechnik gehalten. Auch eine Collage und ein dreidimensionales Bild, das die Brauerei Ladenburger zeigt, finden sich darunter.

Die Gemeinde werde eines oder zwei Bilder erwerben, sagte Bürgermeister Manfred Fischer. Er zeigte sich begeistert von der Ausstellung. „Sie passt hervorragend zu 900 Jahre Neuler.“ Und sei nur möglich nur durch das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Kulturvereins Farrenstall. Der Erlös aus dem Verkauf der Bilder soll der Heidelberger Stiftung Chirurgie, Stichwort „Brokkoli“ zugute kommen, die sich mit der Wirkung von Naturstoffen zur Krebsabwehr beschäftigt.

Silvia Detzner umrahmte die Vernissage mit klassischen Werken am Piano. Die Ausstellung in der Galerie Farrenstall ist noch bis 21. Juli jeweils sonntags zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Der Kulturverein bietet Kaffee und Kuchen.

© Schwäbische Post 01.07.2013

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